Eine Schaukel selber bauen – gute Idee?!

Eine Schaukel selber bauen – gute Idee?!

Die Schaukel gehört zu den beliebtesten Spielgeräten auf Spielplätzen sowie auch im eigenen Garten. Aber nicht nur Kinder schaukeln gerne, auch viele Erwachsene lassen es sich nicht entgehen, wenn sie die Möglichkeit haben zu schwingen - für wenige Minuten in die Kindheit zurück zu schweifen.

Wenn man einen eigenen Garten hat und sich ein solches Gerüst aufstellen will, ist die einfachste Möglichkeit, eine Fertige zu kaufen. Doch viel schöner ist es, den Kindern eine Schaukel und das Gerüst selbst zu bauen. Allerdings ist das nicht immer die beste Variante. Zum Teil ist es gefährlich und mit einem hohen Risiko behaftet.

Das wird gebraucht

Mit einer Schritt-für-Schritt Anleitung kann man eine Schaukel recht einfach selbst bauen. Sie ist schön in jedem Garten und vor allem für die Kleinen eine super Spielmöglichkeit. Doch um überhaupt mit der Errichtung beginnen zu können, werden ein paar Materialien benötigt.

Grundsätzlich werden Ringschrauben, Muttern, Unterlegscheiben, Karabinerhaken, Seile und Rundholz benötigt. Wieviel man wovon braucht, ist immer von der Größe der Schaukel abhängig.

Seile und Befestigungen

Besonders wichtig bei einem solchen Spielgerät ist, darauf zu achten, ob Seile vorhanden sind und wie diese befestigt werden müssen. Das klassische Holzbrett hat zwei Seilaufhängungen an jeder Seite, die Seile können parallel zueinander verlaufen oder die Aufhängung bildet zunächst ein Dreieck und geht dann in ein Mittelseil über.

Ein Mittelseil wird nicht durch den Druck des Haltens und der Suche nach Gleichgewicht aus der Richtung belastet. Eine Höhenverstellung ist bei einer Seilkonstruktion mit Dreieck um einiges leichter als bei den parallel verlaufenden Seilen.

Hier bildet das elastische Schaukelbrett allerdings eine Ausnahme, denn dieses hat nur einen Aufhängepunkt und somit nur ein Seil. Die Stabilität kommt durch den flexiblen Sitz und die damit verbundene höhere Kontaktfläche.

Verschiedene Schaukelbretter

  • Schaukelbrett aus Holz
    Schaukelbretter aus Holz sind der Klassiker, was eine Schaukel angeht. Holz hat seine Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil ist die Anfälligkeit in Bezug auf die Witterungsbedingungen. Besonders Schnee, Regen und Frost schaden dem Brett. So ist zu empfehlen, wenn im Winter nicht geschaukelt wird, das Brett trocken zu lagern und im Frühjahr wieder an das Gerüst zu hängen.

Einen großen Vorteil hat das Holz hingegen an heißen Sommertagen. Wenn die pralle Sonne den ganzen Tag auf das Brett scheint, werden die Sitze schnell aufgeheizt. Das Holz hingegen behält eine angenehme Temperatur und man kann sich auch mit kurzer Kleidung hinsetzen ohne dass man sich verbrennt.

Ebenfalls können Holzbretter mit einem höheren Gewicht belastet werden als andere Varianten.

  • Schaukelbrett aus Kunststoff
    Wenn man eine komplette Schaukel für den Garten kauft, ist der Schaukelsitz in den meisten Fällen aus Kunststoff. Diese sind robust und wartungsfrei. Dazu sind sie auch noch witterungsbeständig und müssen nicht gepflegt oder ausgetauscht werden.

Der größte Nachteil an Schaukelbrettern aus Kunststoff ist die Sonneneinstrahlung. Unempfindlich sind sie hingegen, was Sturm und tiefe Temperaturen angeht. Die Farbe der Bretter kann im Laufe der Jahre verblassen und sie werden mit der Zeit porös.

  • Elastische Schaukelbretter
    Ein elastischer Schaukelsitz ist relativ häufig zu sehen. Diese bestehen aus flexiblem Kunststoff und manchmal auch aus Gummi. Diese Art von Schaukelsitzen passen sich der Körperform an und zeichnen sich durch ihre hohe Tragfähigkeit aus.

Einen geeigneten Standort wählen

Bevor man den Bau eines solchen Gerätes startet, sollte man einen geeigneten Platz dafür finden. Im Gegensatz zu anderen Geräten, wie einem Sandkasten oder einem Turnreck, braucht ein Schaukelgerüst viel Platz.

Denn neben der Standfläche müssen auch Breiten nach vorne und hinten zum Schwingen einkalkuliert werden. Der Untergrund sollte möglichst weich sein, damit es bei Stürzen nicht zu ernsten Verletzungen kommt.

Wenn man möchte kann man unter der Schaukel Rasen sähen, jedoch wird man daran nicht lange Freude haben. Denn durch das Bremsen mit den Füßen über den Boden, wird die Erde immer wieder aufgewühlt und der Rasen hat keine Chance in Ruhe zu wachsen.

So geht’s – Die einzelnen Schritte

Das Gestell bauen:

Für das Schaukelgestell werden nun zwei der Rundbalken flach auf den Boden gelegt. Dann werden die Rundbalken so übereinander angeordnet, dass sie sich kreuzen. An der Stelle, an der sich die beiden Balken kreuzen, werden sie mit einem durchgehenden Gewindebolzen miteinander verbunden.

Der Gewindebolzen wird beidseitig mit einer Unterlegscheibe und einer Mutter gesichert. Um die V-förmige Konstruktion zusätzlich zu stabilisieren, wird nun noch ein Rundbalken auf die beiden senkrechten Hölzer aufgelegt und wie zuvor mithilfe von durchgehenden Gewindebolzen, Unterlegscheiben und Muttern befestigt. Die zweite Seite des Schaukelgestells wird nun genauso angefertigt.

Danach ist der Rundbalken, der die Querstange bildet, an der Reihe. Hier werden zuerst die Aufhängungen für den Schaukelsitz angebracht. Der Abstand zwischen den beiden Aufhängungen hängt von der Breite der Sitzfläche ab.

Als Faustregel gilt, dass der Abstand der Sitzflächenbreite plus zehn Prozent der Aufhängehöhe entsprechen sollte. Der Abstand zwischen den beiden Aufhängepunkten darf aber nie kleiner sein als die Breite der Schaukelsitzfläche.

Für eine Gartenschaukel sollte außerdem immer eine Aufhängung verwendet werden, die mittels Gewindebolzen durch den gesamten Balken verläuft und auf der Gegenseite verschraubt wird. Schaukelhaken, die nur auf der Unterseite befestigt sind, sind für den Außenbereich nicht geeignet.

Wenn die Aufhängungen montiert sind, wird der Rundbalken in die oberen Kreuze der beiden Seitenteile eingelegt, vermittelt und wieder mittels Bolzen, Unterlegscheiben und Muttern mit jedem senkrechten Balken verschraubt.

Gefahren meiden

Die größte Gefahr, die besteht, ist, dass das Gerüst dem Gewicht und den Kräften nicht standhält. Dies bemisst sich nämlich nicht nur auf das Gewicht der Kinder sondern auch auf die Schub- und Fliehkraft, wenn das Gewicht hin und her bewegt wird.

Außerdem sollte man das Ganze an sich nicht nur auf das Gewicht der Kleinen bemessen, sondern am besten auch so, dass auch Erwachsene vom Gewicht her auf der Schaukel schwingen könnten. Wer an dem Gerüst und dem Fundament spart, muss damit rechnen, dass das gesamte Gerüst zusammenfällt.

Das Aufstellen

Die Holzfüße umwickelt man sicherheitshalber mit Baustahlgewebe, um sie vor Fäulnis zu schützen. Die Löcher werden mit Fertigbeton unterhalb der Oberfläche gefüllt. Jetzt erst richtet man das gesamte Gestell auf und stellt es in die Löcher. Mit einer Wasserwaage sollte überprüft werden, ob die Konstruktion auch gerade im Beton steht. Die restliche Höhe wird später mit Rollsplitt oder Sand aufgefüllt.

Der Beton muss mindestens 24 Stunden aushärten - je nach Sandanteil auch deutlich länger. Genug Zeit, um sich dem Sitz zu widmen. Fertigsitze gibt es im Baumarkt. Der Vorteil: Auch sie sind TÜV-geprüft und müssen nur noch in die Ketten bzw. Seile eingehängt werden.

Für den Eigenbau empfiehlt sich ein starkes Brett, das man an seinen vier Ecken durchbohrt. Dann dreht man die Schlüsselschrauben mit Stahlring-Endung in die Löcher und kontert sie von unten mit Muttern. Als nächstes verbindet man die Ketten bzw. Seile mit entsprechenden Haken an dem Sitz.

Kosten

Für die Rundbalken sollte man mit Kosten von 40-60 Euro kalkulieren. Ein massives fertiges Schaukelbrett kostet ca. 40 bis 60 €. Für die Gewindebolzen, Unterlegscheiben und Schraubenmuttern kann man mit Kosten von 40-50€ rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für den Kies und den Beton, die man je nach Mengenbedarf mit ca. 60-120 Euro ansetzen kann. Für die Holzschutzfarbe kann man mit Kosten von ca. 20-30€ kalkulieren. Reißfeste Schaukelseile kosten im Fachhandel ca. 15-20 Euro. Alternativ können auch Schaukelketten aus V2A-Edelstahl verwendet werden, die wir standardmäßig bei unseren Schaukeln mit ausliefern.

Tipps

  • Neben der Schaukel an sich kann ein Spielturm oder Buddelkasten mit angebaut werden, um das Gerüst vielfältiger zu gestalten und den Kindern mehr Spielmöglichkeiten zu bieten.
  • Das Schaukelgestell kann auch mit speziellen Bodenhülsen, die einbetoniert werden, im Boden verankert werden. Eine Verankerung mit Bodenhülsen hat den Vorteil, dass das Rundholz keinen direkten Kontakt mit dem Boden hat. Somit ist das Gehölz nicht der Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt.
  • Wer eine Schaukel selber bauen will, der sollte diese auch mit einer geeigneten Holzschutzfarbe streichen, damit die Pfosten vor Fäulnis geschützt sind. Bei der Holzschutzfarbe ist es ratsam darauf achten, dass diese keine giftigen Stoffe enthält und für Kinderspielgeräte im Freien geeignet ist.
  • Lärche eignet sich als Pfosten besonders gut, denn das gibt es überall zu kaufen und muss nicht imprägniert werden.

 

Veröffentlicht am 27.11.2018 von Arno Driemeyer Lärchenholz-Turnrecks, Tipps und Tricks 0 315

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